1) Allgemeine Informationen
Der Slavistenverband vertritt die Interessen seiner Mitglieder, d. h. der auf Professuren berufenen und der habilitierten oder promovierten Slavisten. Seine Aufgaben sind lt. Satzung, § 2:
"1) die Slavistik in Forschung und Lehre an den Universitäten und Hochschulen zu fördern und ihre Ergebnisse zu verbreiten; 2) die Interessen der Slavistik in der Öffentlichkeit und gegenüber Wissenschaftsorganisationen sowie Politik zu vertreten und zu fördern."
Dem Slavistenverband gehören derzeit als (habilitierte oder auf eine Professur berufene) Mitglieder praktisch alle Fachvertreter an den deutschen Hochschulen an, an denen die Slavistik als Fach vertreten ist. Frühere Mitglieder, die nach Fortgang aus der Bundesrepublik Deutschland ihre hier erworbene Mitgliedschaft nicht aufgegeben haben, können als "auswärtige Mitglieder" weiterhin dem Verband angehören. Die Mitgliederzahl betrug Ende 2008 über 200 Mitglieder (Professoren, Privatdozenten, Promovierte).
2) Geschichte des Faches und des Verbandes
Das Fach "Slavische Philologie" ist vor 150 Jahren etabliert worden und konnte sich zunächst nur an wenigen Universitäten Deutschlands durchsetzen: Berlin 1841, Breslau 1861, Leipzig 1870, München 1911. Gegenwärtig gibt es ca. 35 Institute mit über 100 Professoren in ganz Deutschland, an denen mehr als 10.000 Studierende unterrichtet werden.
Der (westdeutsche) Verband der Hochschullehrer für Slavistik (internes Kürzel: VHS) wurde 1962 gegründet als ein nicht eingetragener Verein i. S. des deutschen Bürgerlichen Rechts mit Sitz am Dienstort des Vorsitzenden. Die Satzung wurde mit Wirkung vom 1.3.1966 verabschiedet, die gültige Satzung trat am 5.1.2007 in Kraft. Der Vorsitzende wird jeweils auf zwei Jahre gewählt, Wiederwahl ist möglich. Seit 2007 trägt der Verband die Bezeichnung "Deutscher Slavistenverband" und öffnete damit einhergehend seine Mitgliedschaft auch für Promovierte.
Vorsitzende des VHS waren die Professoren:
Dimitrij Tschizhewskij, Heidelberg (1962-1965) Erwin Koschmieder, München (1966-1969) Jurij Striedter, Konstanz (1970-1971) Erwin Wedel, Regensburg (1972-1973) Wolfgang Kasack, Köln (1974-1979) Friedrich Scholz, Münster (1980-1985) Klaus D. Seemann, Berlin (West) (1986-1991) Wolfgang Girke, Mainz (1992-1993) Gerhard Giesemann, Gießen (1994-2001) Ulrich Steltner, Jena (2002-2005) Sebastian Kempgen, Bamberg (2006-2007) Vorsitzende des Deutschen Slavistenverbandes
Sebastian Kempgen, Bamberg (2007-2010) Monika Wingender, Gießen (2011-2013)
Die Mitglieder treffen sich einmal jährlich zur Jahresversammlung, die im Wechsel in verschiedenen Universitätsstädten Deutschlands abgehalten werden; sofern im gleichen Jahr ein Slavistentag stattfindet, finden Jahresversammlung und Kongreß zeitgleich statt.
3) Aktivitäten
Der Slavistenverband koordiniert und organisiert übergreifende Aufgaben der Gesamtslavistik in diversen Kommissionen: Kommission für Bibliographie der deutschen Slavistik, Austausch der bearbeiteten Forschungsvorhaben (Dissertationen und Habilitationsschriften). Daneben existieren Kommissionen für "kleine" Fächer (z.B. Sorbische oder Slovenische Philologie) oder die Kommission "Konzept Slavistik", die ein grundlegendes Thesenpapier zum Selbstverständnis der heutigen Slavistik erarbeitet hat und dieses Papier regelmäßig aktualisiert, um die Slavistik an die sich rasch wandelnden Erfordernisse anzupassen. Die Kommission für Geschichte der Slavistik in Deutschland betreut die Herausgabe der "Materialien zur Geschichte der Slavistik in Deutschland", in Ergänzung zu einer auf 5 Bände geplanten Internationalen Geschichte des Faches. Der Slavistenverband bemüht sich um Vorschläge für Lehrvertretungen an den Instituten (bei Beurlaubung, Vakanz etc.); auf diese Weise lassen sich schnell und wirksam KandidatInnen für das geforderte slavistische Profil benennen.
Der Slavistenverband veranstaltet den "Deutschen Slavistentag", der seit 1980 durch eine Slavistentagskommission vorbereitet wird. Vorsitzende waren bzw. sind: Prof. Dr. Klaus D. Seemann (1980-1997), Prof. Dr. Sebastian Kempgen (1997-2006), Prof. Dr. Ulrich Schweier (2006-2010), Prof. Dr. Tilman Berger (2011--). Der Deutsche Slavistentag fand zum 1. Mal 1965 in Heidelberg und zuletzt 2009 in Tübingen statt. Bei der Vorbereitung und Durchführung des Slavistentages wurde auch Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Lehrkräfte der russischen Sprache an Gymnasien und Hochschulen e. V. praktiziert, der zeitweilig Mitveranstalter der "Deutschen Slavistentage" war.
Der Verband organisiert ferner die Teilnahme der deutschen Slavisten und Slavistinnen am Internationalen Slavistenkongress.
4) Bulletin der Deutschen Slavistik
Das BULLETIN DER DEUTSCHEN SLAVISTIK wird im Auftrage des Verbandes vom Redaktionskollegium herausgegeben.
Redaktionskollegium: Hermann FEGERT (Göttingen), Norbert FRANZ (Potsdam), Gerhard GIESEMANN (Gießen), Ulrike JEKUTSCH (Greifswald), Ulrich STELTNER (Jena), Ludger UDOLPH (Dresden). Sebastian KEMPGEN (Bamberg), Miranda JAKISA (Berlin).
Die Bulletins Nr. 1-12 können gegen eine Gebühr von EUR 7 (Schutzgebühr / Versand) pro Exemplar direkt bei PD Dr. Herman Fegert (Göttingen) angefordert werden. Ab Nr. 13 erscheint das Bulletin im Verlag Otto Sagner und kann über Kubon & Sagner in München bezogen werden.
Die elektronischen Versionen des Bulletins (im pdf-Format) können hier heruntergeladen werden.